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Keynote und Response

10 Milliarden – Haben wir noch eine Chance?

Teilweise in englischer Sprache

 

We’re facing an emergency. I won’t tell you to recycle. I won’t tell you to buy an electric car. It’s too late for that.
Stephen Emmott

Mit einer provokanten Bilanz zum Zustand unseres Planeten rüttelte der Computerwissenschaftler und Leiter eines Microsoft-Labors, Stephen Emmott, seine Zuhörer am Royal Court Theatre auf: ein resignierter, auf verdichteten Fakten beruhender Monolog über die Zukunft der Menschheit. Der Vortrag erschien als Buch und löste in England eine große Debatte aus: Was können wir tun, damit unsere Erde für 10 Milliarden Menschen genügt? „I think we are fucked,“ fürchtet Emmott. Ist bereits alles verloren — oder haben wir doch eine Chance?

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Ein ehrliches Gespräch mit einem Wissenschaftler, der hofft, dass er sich irrt. Liegt in der Krise die Lösung? „Die Menschen sind nun einmal extrem robust,“ sagt der Demographieforscher Reiner Klingholz. Er ist trotz der enormen Herausforderungen, die vor uns liegen, optimistisch: in seiner Antwort auf Emmott zeigt er, wie wir eine Chance haben, das 21. Jahrhundert lebenswert zu gestalten: „Wir haben nur dann eine Zukunft, wenn wir lernen, das Schrumpfen zu lieben.“

 

Keynote

Stephen Emmott (UK) sucht nach Antworten auf fundamentale Probleme unserer Zeit: Er verantwortet als Leiter des Microsoft-Forschungslabors für Computational Science weltweit führende interdisziplinäre Forschungsprojekte und lehrt in Oxford.

 

Response

Reiner Klingholz ist Direktor des „Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung“, einer Denkfabrik, die sich mit Fragen und Folgen des demographischen Wandels beschäftigt. In seinem Buch „Sklaven des Wachstums“ sucht Klingholz nach Wegen, Schrumpfungsprozesse als Chance zu sehen.

 

Moderation

Mathias Greffrath ist Schriftsteller und Journalist. Er veröffentlichte Bücher über Attac und Montaigne und schreibt für DIE ZEIT, die Tageszeitung und Le Monde Diplomatique.

Impuls und Gespräch

Hybris, Apokalypse – oder: Was tun?

Teilweise in englischer Sprache

 

Was jetzt gefragt ist, ist ein Höchstmaß an Einfühlungsvermögen, Improvisationsfähigkeit und Anpassungsbereitschaft.
Meinhard Miegel

Unsere Gesellschaft ist überfordert. Sie hat sich in krankhaft wuchernden Wirtschaftsaktivitäten, veralteten Bildungs- und Infrastrukturen, aus dem Ruder laufenden Großprojekten und unkontrollierbaren Datenmengen verfangen: in menschlicher Hybris. Wie finden wir zu einem menschlichen Maß in all diesen Dimensionen zurück? Darüber diskutiert der Sozialwissenschaftler und Zukunftsforscher Meinhard Miegel mit der Journalistin Greta Taubert, die ein Jahr lang alternative Lebensstile erforscht und erprobt hat. Zum Abschluss treffen alle vier Auftaktredner aufeinander und diskutieren ihre Perspektiven mit dem Publikum.

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Impuls

Meinhard Miegel ist Sozialwissenschaftler und Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Denkwerk Zukunft“. Miegel ist ein öffentlicher Mahner hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme und zweifelt an der vorherrschenden Wachstumsideologie.

Greta Taubert ist Reporterin und Autorin u. a. für die FAS und
DIE ZEIT. Ihr Buch „Apokalypse jetzt!“ ist Ergebnis eines einjährigen Selbstversuchs: Mit welchem Lebensstil meistert man das Leben nach dem Crash der Konsumgesellschaft?

Gespräch mit: Greta Taubert, Stephen Emmott (UK), Meinhard Miegel und Reiner Klingholz

 

Moderation

Mathias Greffrath

Keynote und Gespräch

Freiheit, Staat und die Zukunft Europas

Niemand weiß heute, wie die nachnationale europäische Demokratie am Ende verfasst sein wird. Das zu diskutieren, mit aller Fantasie der Träumer, mit aller Kreativität, zu der dieser Kontinent fähig ist, ist die Aufgabe, die sich uns heute stellt.
aus: „Manifest für die Begründung einer Europäischen Republik“

Wie werden Deutschland und Europa fit für die Stürme des 21. Jahrhunderts? Brauchen wir ein neues sinnstiftendes Narrativ, einen europäischen Bundesstaat — oder Bürger, die mehr auf ihre Eigenverantwortung vertrauen als auf „Vater Staat“? Wie gelingt uns ein auf Freiheit, Wohlstand und Solidarität gründendes starkes Europa? Auf die Keynote von Kurt Biedenkopf folgt ein Gespräch mit der Politologin Ulrike Guérot, die gemeinsam mit dem Schriftsteller Robert Menasse das „Manifest für die Begründung einer Europäischen Republik“ geschrieben hat.

 

Personen

Der Wirtschaftsrechtler Prof. Dr. Kurt Biedenkopf war nach wirkungsreicher universitärer Arbeit einige Zeit in der Industrie und viele Jahre auch politisch in hohen Positionen tätig — als Generalsekretär der CDU, als Bundestagsmitglied und als Ministerpräsident von Sachsen (1990-2002). Als einflussreicher Ideengeber und Analytiker regt er immer wieder politische und gesellschaftliche Debatten an.
Dr. Ulrike Guérot ist Politologin und Leiterin des „European Democracy Lab“ in Berlin, das sich aktuell mit der Zukunft der europäischen Demokratie beschäftigt. Sie sieht in der Idee einer europäischen Republik das schönste, ambitionierteste und nobelste Projekt unserer Zeit.

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Moderation

Kathrin Erdmann betreut den Bildungsreport von NDR Info und arbeitet als freie Moderatorin. Sie erhielt den Deutschen Radiopreis in der Kategorie Reportage.