BUCERIUS LAB LECTURE #8

Lab Lecture #8

Termin
Mi. 15.02. 2017
19:00 Uhr

Ort
Bucerius Law School
Jungiusstraße 6
20355 Hamburg

Tod durch Tesla, oder: Warum wir eine (andere) Diskussion über Algorithmen brauchen

Matthias Spielkamp, Mitbegründer von AlgorithmWatch

Lorena Jaume-Palasí, Mitbegründerin von AlgorithmWatch

Christoph Kucklick, Chefredakteur von GEO


Noch delegieren Menschen Entscheidungen sehr viel lieber an andere Menschen als an Maschinen. Dabei lässt sich Potenzial automatisierter, algorithmisch gesteuerter Systeme durchaus dafür nutzen, unsere Gesellschaft fairer, chancengerechter, vorurteilsfreier zu organisieren. Voraussetzung dafür ist, dass Nachvollziehbarkeit, Rechenschaftspflichten und wirksame Aufsichtsmechanismen dafür sorgen, dass persönliche Freiheiten nicht eingeschränkt werden und algorithmische Systeme keine Entscheidungen treffen, die mit unserer Vorstellung von Würde, Gerechtigkeit und Autonomie nicht in Übereinstimmung zu bringen sind. Um aber verhindern zu können, dass das passiert, müssen wir uns als Gesellschaft zuerst darüber klarwerden, welche von Algorithmen gesteuerten Prozesse in relevanter Weise in unseren Alltag eingreifen. Doch nach welchen Kriterien entscheiden wir, welche Systeme wir genauer in Augenschein nehmen müssen? Die Advocacy-Organisation AlgorithmWatch will genau das herausfinden.

Teilnehmer: 

Lorena Jaume-Palasí und Matthias Spielkamp, beide Mitgründer von AlgorithmWatch und Bucerius-Fellows der ZEIT-Stiftung haben einen Kriterienkatalog ausgearbeitet, der die Grundlage bilden kann für eine gesellschaftliche Debatte, die weder in Alarmismus, noch Technikeuphorie verfällt. Christoph Kucklick, Soziologe und Chefredakteur von GEO, hat sich in seinem Buch „Die granulare Gesellschaft“ intensiv mit den Folgen der digitalen Revolution und wie sie unsere Demokratie herausfordert, beschäftig.

Ort: Bucerius Law School (Moot Court), Jungiusstraße 6, Hamburg
Moderation: Jan Ehlert, NDR
Eintritt: Kostenfrei, Anmeldung erbeten

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Vortrag

The Ethics of Virtual Reality

Dr. Michael Madary ist Mitarbeiter des Arbeitsbereiches für Theoretische Philosophie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und des EU-Projekts VERE, das die Auswirkungen von Robotik und Virtuellen Welten auf unsere Gesellschaft untersucht. Er ist einer der führenden internationalen VR-Kritiker und Co-Autor des ersten Code of Ethics für die Nutzung von Virtual Reality in der Wissenschaft.

Vortrag

Politische Mikrostrukturen: Netzprojekte und ihre Regelwerke

Kathrin Passig ist Sachbuchautorin und Essayistin. Sie schreibt unter anderem für DIE ZEIT, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Süddeutsche Zeitung. Zuletzt erschien ihr Buch „Standardsituationen der Technologiekritik“ und „Besser als erwartet, aber schlechter als gut: Das neue große Techniktagebuch“ (E-Book, 2016).

© Norman Posselt
Veranstaltungsort

Bucerius Law School
Jungiusstraße 6
20355 Hamburg
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