Bucerius Lab Blog

Bucerius Lab BLOG

Den digitalen Wandel weiterdenken!

Die Digital-Charta Initiative – Was im ersten Halbjahr 2017 geschah und wie es weiter geht

 

01.08.2017 – Zeit-Stiftung

 

Nach der Veröffentlichung und der ersten heftigen Debatte über die DigitalCharta im Dezember 2016 gab es die Befürchtung, dass die Initiative schnell verebben und die Charta nur als ein „mediales Strohfeuer“ in Erinnerung bleiben würde.

 

Es ist anders gekommen. Und das ist ein beachtlicher Erfolg. Nach der Präsentation der Charta in Brüssel folgte ein lebhafter, kritischer aber oft ebenso konstruktiver Online-Dialog. Viele Initiatoren wurden zu den unterschiedlichsten Publikums- und Fachgesprächen eingeladen, um über den Inhalt und die Intention der Charta zu diskutieren (z.B. C20-Summit, DIVSI-Bucerius-Forum, EuroDIG-Forum in Tallin sowie verschiedenste Hochschulen und Stiftungsforen). Andere Institutionen, wie die 2. Vienna Biennale, haben sich das Thema angeeignet und es weitergedacht.

 

Als Höhepunkt veranstaltete die ZEIT-Stiftung selbst eine Konferenz zur DigitalCharta innerhalb der re:publica 2017 in Berlin. Insgesamt haben sich über 700 Zuschauer über einen Tag die Zeit genommen, um sich über die Charta zu informieren und zu diskutieren. Prominente Kritiker wie der Soziologe und GEO-Chefredakteur Christoph Kucklick ebenso wie eine Reihe von Juristen haben ihre Position öffentlich dargestellt und mit den Charta-Initiatoren diskutiert und gestritten. Teilweise konnten Vorurteile und Missverständnisse aufgelöst werden, während andererseits viele konstruktive Anregungen für einen weiteren Prozess gesammelt werden konnten. Großen Anklang fand die Idee, das Papier zunächst mehr als Thesenpapier zu verstehen und als „Entwurf“ zu kennzeichnen, der sich noch weiter entwickeln sollte. Dies war von vornherein so intendiert, aber sicherlich zu schwach kommuniziert worden.

 

Auf dem politischen Pfad wurde das Papier von vielen Stellen bereits zur Kenntnis genommen (u.a. auch von der EU-Kommission und dem Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages sowie dem Justiz- und dem Innenministerium). Auch findet es sich im Wahlprogramm der SPD (Seite 28) wieder. Dennoch ist allen Beteiligten klar, dass eine politische Konkretisierung bzw. ein echter politischer Prozess in diesem Bereich noch Zeit braucht und wir als zivilgesellschaftlicher Akteur diesen nur weiterhin anmahnen, aber nicht selbst beginnen können.

 

Um den Druck weiter zu erhöhen, haben die Initiatoren im Februar beschlossen, die inhaltliche Kritik am ersten Charta-Entwurf als Basis für einen zweiten Entwurf zu nutzen, an dem nun gearbeitet wird.

 

Dazu haben sich Initiatoren in einer ersten Arbeitsgruppe bereits im Frühjahr getroffen. Die folgende Zusammenfassung soll einen Einblick in die interne Diskussion bieten, die ausdrücklich noch im Fluss ist und bis zum Winter 2017/18 abgeschlossen werden soll.

 

Folgende vier Beispiele sollen den Diskussionsprozess verdeutlichen.

 

 

  1. Wir haben ein Vorwort begonnen, das der Präambel vorangestellt die Intention und Form des Vorschlags erklären soll und anhand aktueller Schlagworte die Dringlichkeit des Projekts unterstreichen soll.

 

DIESER ENTWURF für eine Digital-Charta ist mit dem Ziel [in dem Wissen] entstanden,
dass die unverbindlichen Debatten um Grundrechte im digitalen Zeitalter
[universelle einklagbare Spielregeln für das digitale Zeitalter] in ein Ergebnis
münden müssen. Wir wollen mit diesem Vorschlag die bestehenden Grundrechte
stärken und konkretisieren.
WIR, DIE AUTORINNEN UND AUTOREN, halten dies für notwendig, weil sich mit
der technologischen Entwicklung neue Herausforderungen für das gesellschaftliche
Zusammenleben und das Verhältnis zwischen Menschen und sowohl staatlichen
als auch privaten Akteuren ergeben.
DIESE entstehen etwa durch neue Formen der Automatisierung, künstliche Intelligenz,
Vorhersage und Steuerung menschlichen Verhaltens, Massenüberwachung,
Robotik und Mensch-Maschine-Verschmelzung sowie Machtkonzentration bei
privaten Unternehmen.
WIR legen hiermit eine Diskussionsgrundlage [und keinen finalen juristischen
Text] vor. Sie soll in der Öffentlichkeit reifen. Wir setzen uns dafür ein, dass daraus
ein [gesellschaftlicher und politischer] Prozess entsteht, der in ein bindendes
Grundrechte-Dokument mündet. So soll ein digitalgesellschaftliches Fundament
der EU entstehen.

 

 

Besonders angemahnt wurde, dass wir einzelne, derzeit heiß diskutierte Technologien, wie bspw. „Künstliche Intelligenz“ und „Mensch-Maschine-Verschmelzung“ zu explizit benennen. Den Hinweis, die Charta könnte an dieser Stelle rasch veralten, und sei nicht technikneutral genug, haben wir aufgenommen und diese Passagen ebenfalls ins Vorwort übernommen.

 

Wir machen in diesem Vorwort außerdem klar, wie unsere Vorstellung vom weiteren Prozess aussieht: die Charta soll in der Öffentlichkeit reifen, wir wollen einen gesellschaftlichen Prozess anstoßen, der später durch einen politischen Prozess in ein bindendes Grundrechte-Dokument oder eine vergleichbare Form mündet.

 

 

  1. Beispiel: Die Überarbeitung des Artikels 1 (Menschenwürde)

 

Ursprünglich hieß es im Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist auch im digitalen Zeitalter unantastbar. Sie muss Ziel und Zweck aller technischen Entwicklung sein und begrenzt deren Einsatz.“

 

Die Kritik daran lautete, dass die Würde des Menschen noch nie Ziel und Zweck für alle menschliche Neugier und allen Forscherdrang waren. Dieser Kritik folgend haben wir einen alternativen Vorschlag erarbeitet:

 

„Die Würde des Menschen ist auch im digitalen Zeitalter unantastbar. Sie ist zu achten und zu schützen. Dies gilt auch bei der Entwicklung neuer Technologien uneingeschränkt.“

 

 

  1. Beispiel: Die Überarbeitung des heftig kritisierten Artikels 5 (Meinungsfreiheit und Öffentlichkeit)

 

Um die Formulierung „Digitale Hetze, Mobbing sowie Aktivitäten, die geeignet sind, den Ruf oder die Unversehrtheit einer Person ernsthaft zu gefährden, sind zu verhindern.“ im zweiten Absatz des Artikels kreiste mitunter die größte Kritik. Insbesondere der Zusatz „verhindern“ wurde von vielen Kritikern so interpretiert, dass die Charta doch heimlich der Zensur Vorschub leistet, indem wir den Kampf gegen Hetze so explizit und die Methoden dazu doch zugleich unkonkret ansprechen. Auch wir waren mit der Formulierung des ersten Entwurfs nicht zufrieden. Die Passage zeigt aber zugleich die Spannung zwischen einem absoluten Freiheitsanspruch, dass im Netz alle Rede ohne Einschränkungen möglich sein müsse, und dem Grundrecht auf Schutz der Persönlichkeit, dass jeder im Netz ohne öffentliche Verletzungen durch andere kommunizieren können muss. Als Vorschlag bietet die Arbeitsgruppe nun folgende Fassung an:

 

(1) Jeder hat das Recht, auch in der digitalen Welt seine Meinung frei zu äußern. Eine Zensur findet nicht statt. [Dieses Recht schließt die Meinungsfreiheit und die Freiheit ein, Informationen und Ideen ohne behördliche Eingriffe und ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen zu empfangen und weiterzugeben.]

 

(2) Dieses Recht findet seine Schranken in der Würde und der Unversehrtheit des Menschen.

 

(3) Die Freiheit der Medien und ein pluraler öffentlicher Diskursraum sind sicherzustellen.

 

(4) –

 

Kommentar: Jeder sollte das Recht haben, private und staatliche Akteure für den Schutz seiner Würde und Unversehrtheit in Anspruch zu nehmen – und selbst dazu beizutragen. Unter Umständen sind neue Methoden, transparente und rechtsstaatliche Verfahren, unabhängige Stellen zu entwickeln.

 

Gerade an dem Punkt „unabhängige Stellen“ wird deutlich, dass wir ggf. ganz neue intermediäre Institutionen schaffen müssen, um wirkungsvoll, transparent, und gleichzeitig ohne staatliche Zensurgefahr Individuen und Gruppen im Netz schützen zu können. Solche neuen Modi müssen erst entwickelt werden. Da solche Diskussionen aber nicht in einen Grundrechtstextvorschlag passen, haben wir sie als Kommentar gekennzeichnet.

 

 

  1. Beispiel: Ein weiterer Streit drehte sich um den Schutz von Urhebern und Rechteinhabern im Artikel 22 „Immaterialgüter“.

 

Hier hatten wir auch innerhalb der Gruppe schon vor der Originalfassung der Charta unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Interessen der Urheber, Verwerter und der Allgemeinheit an einem Werk zueinander im Verhältnis stehen sollen. Eher im umgangssprachlichen Sinne als im juristischen haben wir in der ersten Fassung sämtliche Akteure als „Rechteinhaber“ verstanden. Dies ist – zu Recht – auf große Kritik gestoßen.

 

In dem neuen Vorschlag werden nun durch die Bezeichnung „Jeder“ alle Urheber, Produzenten und Rechteinhaber an einem Werk berücksichtig, zudem wird das Recht auf Zugang zu Wissen und Kultur betont. Hier orientiert sich der Neuentwurf stärker an der existierenden EU-Grundrechte-Charta:

 

(1) Jeder hat das Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben, am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften.

 

(2) Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die aus der Schaffung und Verbreitung von kreativen Werken erwachsen. Dies muss in Ausgleich gebracht werden mit den Interessen der Allgemeinheit, dem technischen Fortschritt und den kreativen Prozessen in Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst.

 

 

Wie geht es weiter?

 

Die oben genannten Überarbeitungsvorschläge wurden auf der re:publica im Mai diskutiert. Klar ist, dass der Überarbeitungsprozess damit noch nicht abgeschlossen ist. Eine fundierte Überarbeitung, die versucht, unterschiedlichste Positionen zu einem dennoch kohärenten Text zu vereinen, wird ihre Zeit dauern und dann ebenfalls wieder Diskussionen auslösen.

 

In diesem Sinne hat sich die Gruppe nach der re:publica erneut getroffen und verabredet, bis zum Winter die aktuelle Überarbeitung abzuschließen. Am Ende wird eine zweite Version stehen, die möglichst viele Einwände berücksichtigen, aber gleichzeitig den Willen der Gruppe widerspiegeln soll. Sie soll mit dem Anspruch veröffentlicht werden, in weiteren öffentlichen und politischen Prozessen reifen zu können – und vor allem einen Beitrag zu der Debatte liefern, welche bestehenden Grundrechte im digitalen Zeitalter unter Beschuss stehen und wie wir sie verteidigen sollten.

 

Parallel zu unserer Arbeit hat die C20, Civil 20, ein Zusammenschluss von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus den G20-Ländern, das Thema aufgegriffen. Auf ihrem Treffen in Hamburg wurde eine C20 Task Force on Cyber and Digital Issues gegründet. Sie soll unter der nächsten G20 Präsidentschaft (Argentinien) im kommenden Jahr den Schwerpunkt auf den Schutz der Menschenrechte bei der Digitalisierung legen. Bundeskanzlerin Merkel ist auf der C20 aufgetreten und hat in Ihrer Rede ausdrücklich „rules for the Internet“ gefordert.

 

Die Debatte geht weiter.

Reflexion zur Lab Lecture mit Daniel Domscheit-Berg – Demokratie und Manipulation im digitalen Zeitaltern

 

05.07.2017 -Von Jan Ehlert (NDR)

 

Fake News: Bezweifle alles, was anzweifelbar ist

Mit der Milch kamen die Zweifel: Als Jugendlicher hörte Daniel Domscheit-Berg, dass der Hersteller seines Lieblingsmilchgetränks eine nationalistische Partei unterstützte. Es folgte ein Boykott, bis Domscheit-Berg eine andere Nachricht erhielt: Alles war nur ein Gerücht. Frei erfunden.

In dieser persönlichen Anekdote zeigt sich das große Dilemma unserer Zeit: Was soll man glauben, wenn es zu jeder Nachricht auch das Gegenteil im Netz zu lesen gibt? Wem kann man glauben, welche Quellen sollte man lieber mit Vorsicht genießen? Und wie viel Zeit an Recherche muss man investieren, ehe man den nächsten Skandal brühwarm weitertwittert oder postet?

Mehr News, als man lesen kann

Das Internet hat unseren Medienkonsum massiv verändert. Pro Minute werden mehr als 100 Stunden Videomaterial auf Youtube hochgeladen, 19 Millionen WhatsApp-Nachrichten verschickt und 126 Millionen E-Mails geschrieben.

Die Zeit, in der das Fernsehen, frei nach Knut Hickethier, das „Fenster zur Welt“ war und die ARD-Tagesschau um 20 Uhr diese Welt erklärte, sind vorbei. Jede und jeder, der einen Internetanschluss besitzt, kann zum Sender werden und seine Sicht auf die Probleme unserer Zeit posten, bloggen oder streamen.

Information über alle Grenzen hinweg

Darin besteht zunächst einmal eine große Chance: Noch nie, so Domscheit-Berg, waren wir dem Prinzip der Demokratie tatsächlich so nah wie jetzt. Die Hierarchien innerhalb der Kommunikation sind abgeschafft, jede einzelne Stimme kann sich Gehör verschaffen. Hierin liegt die große Hoffnung, die das Netz mit sich bringt. Es sind, so Domscheit-Berg, keinerlei Grenzen mehr gesetzt, wie wir uns als Gesellschaft informieren oder über die Probleme der Welt diskutieren können. Die schöne neue Medienwelt.

Gleichzeitig aber liegt genau darin auch eine Pflicht zur Information. Wenn nicht mehr sicher ist, wer die Welt für uns einordnet, dann müssen wir es selbst tun. Müssen selbst abwägen, wem wir vertrauen, wessen Meinung wir glauben, bei wem wir uns informieren. Das aber bedarf einer Medienkompetenz, die viele von uns ganz neu lernen müssen. Sonst gewinnt zu oft der, der in dem Stimmengewirr am lautesten schreit.

Falsch, Herr Lehrer!

Einen Fehler sieht Domscheit-Berg hier schon im Bildungssystem. Noch immer gelte hier viel zu oft: Der Lehrer hat immer Recht. Doch welcher Lehrer kann schlauer sein als Milliarden Internet-Nutzer? Das Wichtigste, was Kinder lernen müssten, sei daher, alles anzuzweifeln, was zweifelhaft ist. Alles zu hinterfragen, was mit Meinungen, Überzeugungen oder Weltanschauungen zu tun hat. Also auch die Lehrerin oder den Lehrer.

FakeNews gegen die Leere in uns

Ein weiterer Grund, warum wir so anfällig für FakeNews sind, sieht Domscheit-Berg im Fehlen von Visionen. Parteiübergreifend sei kein großes Ziel für die Zukunft zu erkennen, kritisiert er. In einer Welt, die immer fragiler wird, in der die Digitalisierung jeden gesellschaftlichen Bereich umkrempelt, fehlt so nicht nur die Sicherheit, sondern auch der Sinn. Um diese Leere zu füllen, ist es so bequem, sich lieber über den nächsten Skandal aufzuregen, als über das eigene Leben nachzudenken. Auch – oder gerade – wenn dieser Skandal frei erfunden ist.

Die unbequeme Wahrheit: Nur wir selbst können uns aus dieser Misere befreien. Jeder und jede einzelne von uns müsse sich der Verantwortung stellen, sich über die Welt in der wir leben zu informieren – und entsprechend zu handeln, so der Appell von Daniel Domscheit-Berg. Die gute Nachricht: Alles, was wir dazu brauchen, ist bereits da – irgendwo in den unzähligen Websites, Artikeln und Youtube-Videos. Wir müssen uns nur die Mühe machen, danach zu suchen.

Vgl. hierzu: Keynotes von Marina Weisband, Kübra Gümüsay, Christoph Keese

Zum Diskutieren:

  • Welche Informationsquellen nutzen wir im Netz? Wie sehr vertrauen wir ihnen?
  • Gibt es Geschichten, die wir ungeprüft weitererzählen? Wie kann man sie überprüfen?
  • Ist es immer hilfreich, so viele Perspektiven wie möglich einzunehmen?
  • Welche Gefahren gehen von FakeNews aus?
  • Sollte es eine Art Qualitätssiegel für Nachrichten geben? Wer könnte dieses vergeben?
  • Nach welchen Kriterien beurteilen wir, was wir für glaubhaft halten?
  • Wie stark lassen wir uns dabei von unserer Filterbubble, bzw. von unserer Weltanschauung beeinflussen?
  • Welche Möglichkeiten haben wir selbst, uns in Diskurse einzubringen?
  • Welche Themen sind uns dafür wichtig genug?

Reflexion Lab-Lecture #7: Prof. Dr. Wolfgang Kleinwächter

 

ehlert-cutmypic09.01.2017 – Von Jan Ehlert (NDR)

 

Wem gehört das Internet?

„Das Internet muss unabhängig bleiben“ – diese Forderung ist fast so alt wie das Netz selbst. Schon 1996 veröffentlichte der amerikanische Dichter und Songschreiber John Perry Barlow eine Cyber-Unabhängigkeitserklärung.

„Regierungen der industriellen Welt, wo wir uns versammeln habt ihr keine Macht“, heißt es darin. Doch spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist klar: Barlows Vision war ein frommer Wunsch: Auch wenn es für einige Politikerinnen und Politiker immer noch „Neuland“ zu sein scheint, ist das World Wide Web längst viel zu wichtig, als dass die Regierungen der industriellen Welt es sich leisten könnten, draußen vor zu bleiben.

Auf in den Datalismus

Doch das Netz entzieht sich der Staatlichkeit. Und so sind es nicht nur politische Parteien, die um die Macht im Web kämpfen, sondern auch Konzerne und supranationale Organisationen. Mitreden wollen viele – denn schließlich geht es um das oft zitierte „Öl des 21. Jahrhunderts“: um Daten. Als Nachfolge des Kapitalismus leben wir deshalb im Zeitalter des Datalismus, so Wolfgang Kleinwächter.

Doch so unübersichtlich das Netz scheinen mag: Es geht weniger um die Frage, wer welche Quellen abschöpfen kann, sondern darum, welche Seiten es überhaupt gibt. Darum, wer die Aufsicht über die Vergabe und die Struktur der Domain-Namen hat, also festlegt, welche Seiten als .com oder .de ausgespielt werden. Zuständig dafür ist die „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers“, kurz: ICANN, die bislang unter dem Rechtssystem der USA fungiert.

Wer regiert, der zensiert

Wenn aber grundsätzlich jeder weltweit mit jedem kommunizieren kann, und das von jedem Ort der Welt aus, dann braucht es zusätzlich neue Regeln und Gesetze für diese grenzüberschreitende, tatsächlich globale Kommunikation. Wenn diese nur nach amerikanischem Recht gesteuert wird, dann sind Konflikte vorprogrammiert.

Beispielhaft zeigt sich das auf Plattformen wie Facebook, wo der Gebrauch von Nazi-Symbolen und Zitaten von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, andererseits Bilder wie jenes berühmte Foto von Nick Ut aus dem Vietnamkrieg zensiert werden, auf dem ein nacktes, flüchtendes Mädchen zu sehen ist.

Gleiche Rechte wie in Russland?

Wenn schon zwischen Europa und den USA unterschiedliche Vorstellungen existieren, was im Netz erlaubt sein soll und was nicht, um wie viel schwerer wird es dann, wenn Staaten wie China, Katar oder Russland mitreden?

Um das zu klären gibt es, ausgehend von den Vereinten Nationen, seit 2003 eine weltweite Bewegung der sogenannten Internet Governance. Laut der Selbstbeschreibung, die 2005 in Tunis festgelegt wurde, handelt es sich dabei um „die Entwicklung und Anwendung durch Regierungen, den Privatsektor und die Zivilgesellschaft, in ihren jeweiligen Rollen, von gemeinsamen Prinzipien, Normen, Regeln, Vorgehensweisen zur Entscheidungsfindung und Programmen, die die Weiterentwicklung und die Nutzung des Internets beeinflussen.“

Das Netz – ein weltweiter Kompromiss?

Dieser sogenannte Multistakeholder-Ansatz, also die Tatsache, dass Regierungen und Zivilgesellschaft gemeinsam über diese Regeln bestimmen, sei entscheidend, so Kleinwächter. Das macht eine Einigung nicht leichter. Vorerst also müsse man mit Kompromissen leben, so die ernüchternde Erkenntnis. Er wünscht sich daher supranationale Gruppen, die über die einzelnen Felder des Netzes wachen und bestimmen – also über Handel, Sicherheit und Menschenrechte. Die Grundlage dafür müsse dabei immer lauten: Was in der realen Welt verboten ist, muss auch in der digitalen Welt verboten bleiben. Mit der Freiheit, von der John Perry Barlow und andere Visionäre des frühen Internet träumten, hat dieses Internet jedoch nicht mehr allzu viel zu tun.

Vgl. hierzu: Keynotes von Kathrin Passig, Richard Barbrook, Sascha Lobo

Zum Diskutieren:

 

  • Sollten im Netz die gleichen Gesetze gelten wie außerhalb?
  • Wo sind die Unterschiede, die eine andere Gesetzgebung erfordern?
  • Sind digitale Menschenrechte sinnvoll?
  • Welche Kompromisse sind wir bereit einzugehen? Wo sind die Grenzen?
  • Welche Rolle kann die Zivilgesellschaft bei der Internet Governance spielen?
  • Wer sollte dort vertreten sein?

Wir fordern digitale Grundrechte! – Ein Vorschlag für eine Digitalcharta der Europäischen Union

 

01.12.2016 – Zeit-Stiftung

 

Eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern hat in den vergangenen 14 Monaten auf Einladung der ZEIT-Stiftung einen Vorschlag für eine Charta der digitalen Grundrechte für die Europäische Union entworfen. Zu den 27 Initiatoren der Digitalcharta gehören Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Zivilgesellschaft wie  Heinz Bude, Juli Zeh, Johnny Haeusler, Ulrich Wilhelm, Wolfgang Hoffmann-Riem, Jeanette Hofmann, Sascha Lobo, Martin Schulz und Rebecca Casati. Die Digitalcharta versucht, Antworten zu geben auf die Frage, wie sich die Freiheit des Einzelnen im Zeitalter der Digitalisierung schützen lässt – gegenüber Staaten, aber auch gegenüber internationalen Großkonzernen. In 23 Artikeln unterbreitet der Entwurf unter anderem Vorschläge zur Autonomie und Freiheit des Einzelnen, zum Einsatz und zur Entwicklung künstlicher Intelligenz, zu informationeller Selbstbestimmung und Datensicherheit und zu weiteren wichtigen Aspekten wie dem Umgang mit Hetze und Hass im Netz. Die Erarbeitung der Digitalcharta wurde im Rahmen der Bucerius Lab Initiative durch die ZEIT-Stiftung in Hamburg ermöglicht. Den vollständigen Charta-Text und die Möglichkeit zum Kommentieren der Charta finden Sie auf www.digitalcharta.eu Beteiligen Sie sich auch auf Twitter unter #digitalcharta und @digitalcharta!

Wir müssen digitale Grundrechte gestalten!

 

ehlert-cutmypic30.11.2016 – Von Jan Ehlert (NDR)

 

Die Entwicklung digitaler Grundrechte ist eines der großen Themen des Bucerius Labs. In diesem Sinne und auf Einladung unseres Kurators Giovanni di Lorenzo ermöglichte die ZEIT-Stiftung die Erarbeitung eines Vorschlags für eine europäische digitale Grundrechtecharta. Heinz Bude, Heinrich Wefing, Johnny Haeusler, Wolfgang Hoffmann-Riem, Sascha Lobo, Martin Schulz, Juli Zeh sind unter den 27 Experten, die in den letzten 14 Monaten diesen Entwurf kollaborativ verfasst haben.

Die Charta mit ihren 23 Artikeln macht Vorschläge zur Autonomie und Freiheit des einzelnen, zum Einsatz und zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz, zu Informationeller Selbstbestimmung und Datensicherheit und zu weiteren wichtigen Aspekten wie Hetze und Hass im Netz. Die Digitalcharta zielt auf eine breite gesellschaftliche Diskussion – und auf die Befassung im Europäischen Parlament.

Der Entwurf ist ein Vorschlag für eine Debatte und nicht in Stein gemeißelt. Der Text der Digitalcharta und die Namen der Initiatoren und Unterstützer sind unter www.digitalcharta.eu abrufbar und offen für die Diskussion unter @digitalcharta, www.digitalcharta.eu/ und www.facebook.com/digitalcharta

Gastbeitrag

Algorithmen und das Ende der Demokratie

 

15.9.2016 – Von Yvonne Hofstetter 

 

»Was hat denn die Digitalisierung mit Demokratie zu tun?« wundert sich ein Gast der Geburtstagsparty von Bundesjustizministerin a. D., Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Dabei erklärte sie genau diesen Zusammenhang gerade, eloquent wie immer, in ihrer Begrüßungsrede.

 

Rückblick. Ein Jahr früher, im Sommer 2015, hatte eine Umfrage ergeben, dass 56 Prozent der Deutschen nicht erklären können, was Digitalisierung eigentlich umfasst. Ein Drittel hat noch nie davon gehört. 88 Prozent kannte den Begriff »Internet der Dinge« nicht.
Die digitale Revolution ist eine stille Revolution. Trotzdem wirkt sie umwälzend. Sie gestaltet die Gesellschaft neu und verwandelt sie in einen Megacomputer. Sie legt fest, wie wir heute kommunizieren, shoppen oder arbeiten.
Wie die Digitalisierung bisher verläuft, wird vom rationalen Handeln meist US-amerikanischer Wirtschaftsakteure und ihrer Finanzinvestoren bestimmt. Ihre Absicht: Mit Daten Wirtschaftswachstum erzielen. Dass uns das »Internet der Dinge« überwacht, dass man unsere Lebensprofile erstellt, unser Verhalten prognostiziert und auf unseren Datenströmen sitzt, sind die Kosten, die bei uns Anwendern anfallen, damit wir free-rider, »Trittbrettfahrer«, eines neuen Marktes sein können, den Silicon-Valley-Unternehmen geschaffen haben: die Informationsökonomie. Sie hat keinen politischen Ursprung, aber jetzt zwingt sie uns, politisch zu werden, weil sie in die Freiheit des Menschen eingreift.

 

Doch die Digitalisierung impliziert noch ein anderes Problem. Die Vernetzung macht unsere Gesellschaft komplex im Sinne der Komplexitätsforschung. Je stärker wir die Welt um uns herum vernetzen, desto mehr steigt ihre Komplexität. Komplexe Systeme haben Eigenschaften: Sie verhalten sich nichtlinear, das heißt: unvorhersehbar. In komplexen Systemen gilt das Prinzip der Kausalität, das Gesetz von Ursache und Wirkung, nicht mehr. Und sie balancieren am Rande eines Abgrunds. Bei der kleinsten Änderung ihrer Anfangsbedingungen können sie ins Chaos stürzen. Ein neuer Zustand tritt ein. Man nennt ihn Emergenz. Emergenz ist immer unumkehrbar.

 

Um auf die Frage des Partygasts zurückzukommen: Bisher haben Rechtsnormen die Gesellschaft gestaltet. Die Gesetzgebung ist die schärfste Waffe der Demokratie. Was aber, wenn die Gesetzgebung zum stumpfen Schwert wird, weil das immer komplexere System der digitalen Gesellschaft darauf nicht wie erwartet reagiert? Wenn eine komplexe Gesellschaft nur noch mit stimulus and response, durch »Anreiz und Rückkopplung«, steuerbar ist – am besten gleich algorithmisch?

 

In meinem Buch Das Ende der Demokratie, das im September erscheint, wagen zwei Wissenschaftler ein Experiment: Sie untersuchen, wie Künstliche Intelligenz Politik machen kann, und sie trainieren eine lernende Maschine zum künstlichen Politiker. Was nach Science-Fiction klingt, spiegelt die gesellschaftliche Realität unserer Tage: Entscheidungen unter Unsicherheit werden maschinell optimiert, Menschen hören auf ihre smarten Geräte, Anwender werden durch algorithmisch berechnete Anreize im kybernetischen Regelkreis gelenkt. Wer denkt, dass das unmöglich sei, unterschätzt die Mission der »globalen Konsumentensteuerung« des Silicon Valley – und hat noch nie Pokémon Go gespielt.

 

Politik machen, das funktioniert entweder durch Gesetz oder durch Institution. Die politische Institution der Zukunft könnte auch eine intelligente Maschine sein. Dazu müssten wir sie demokratisch legitimieren. Dieselbe widerspruchslose Akzeptanz, die wir Google & Co. entgegenbringen, würde dafür schon ausreichen.

 

Yvonne Hofstetter ist Juristin und Essayistin. Ihre Gedanken zur Nutzung intelligenter Algorithmen für die Steuerung und Regelung der Gesellschaft sind in ihrem Buch »Das Ende der Demokratie« (München: C. Bertelsmann, 2016) nachzulesen, das am 26. September erscheinen wird. In ihrem Unternehmen Teramark Technologies GmbH entwickelt sie Künstliche Intelligenz und ist seit 1998 auf die Auswertung von Massendaten mit lernenden Maschinen spezialisiert.

Gastbeitrag

Das Rauschen & die Komplexität der Realität

 

31.8.2016 – Von Kübra Gümüsay 

Hatespeech und vermeintlich einfache Lösungen in Twitter-Zeilenlänge dominieren derzeit den Umgangston in sozialen Medien. Die Bloggerin Kübra Gümüsay wirbt in ihrem Gastbeitrag für mehr Komplexität in Netzdebatten.

 

Es gibt Debatten, die sich ständig wiederholen. Jedes Mal aber so, als würden wir zum ersten Mal darüber sprechen. So fragen sich viele Intellektuelle und Aktivisten, ob man sich nicht das letzte Mal bereits darauf geeinigt hatte, dass diese Debatten häufig nur Scheindebatten ist. Zum Beispiel das letzte Mal, als man über ein Burqa-Verbot diskutierte, sich nach Jahren endlich auf den Doppelpass einigte, die Loyalitätsfrage von Minderheiten aufwarf oder die Zugehörigkeit von Muslimen zu Deutschland (eine im Kern wirklich absurde Frage) in den Raum stellte.

 

Scheinbar nicht. Scheinbar geraten wir jedes Mal – nach einem Anschlag, einem Attentat, einem Vorfall, einem Skandal hierzulande oder anderswo – in einen emotionalen Rausch. Im Rausch der Angst nach den schrecklichen Vorfällen in Köln zur Neujahrsnacht. Nach dem Attentat in München und Ansbach. Wir werden taub für Feinheiten, Details, Differenzierungen und letztlich: die Realität.

 

In diesem reflexartigen Rausch klammern wir uns an vermeintlich klare und einfache Meinungen zu den komplexen und verwobenen Geschehnissen dieser Welt. Dabei verändern wir uns. Wir weichen von unseren Werten und Idealen ab. Wir lassen uns verändern – vom Terrorismus, vom Populismus, vom Rassismus, den Missständen dieser Welt.

 

Wir sollten unser Miteinander nicht in Krisensituationen verhandeln. Über unsere Zukunft, unsere Gesellschaft sollten wir dann entscheiden, wenn wir besonnen sind und uns der Komplexität dieser Gesellschaft annehmen können.

 

Unser Problem ist: Wir stehen nicht zu unseren Werten, wenn es darauf ankommt. Zumindest nicht laut genug. Im Rausch diskutieren und sagen wir Dinge, für die wir uns einigen Jahren – ich hoffe – (mindestens) schämen werden.

 

Es gibt Fälle, in denen es uns leicht fällt, für unsere Werte einzustehen. Vor allem wenn der Rassismus so absurd und plump ist, wie im Fall eines Pegida-Ablegers, der sich rassistisch über die Kinderbilder von Nationalspielern mit Migrationshintergrund auf den Kinderschokolade-Packungen äußerte. So plump, dass sich selbst Pegida von diesen Äußerungen distanzierte. In diesen Momenten fällt es uns leicht, für unser Miteinander einzustehen.

 

Aber was ist bei den weniger eindeutigen Situationen?

 

Ja, das Einfordern von Differenziertheit, Besonnenheit und Komplexität ist die denkbar undankbarste Position, in der man sich befinden kann – nach einer Debatte wie in Köln davor zu warnen, nicht in jedem Nordafrikaner einen potentiellen Vergewaltiger zu sehen oder nicht in jedem Muslim nach einem Terroranschlag einen Terroristen zu wähnen. Es war nie einfach, für Komplexität einzutreten. Aber es war nie schwieriger und nie wichtiger als heute.

 

Egal, welche Klarheit und Eindeutigkeit die Debatten im Rausch vorzugeben scheinen: Die Welt ist es nicht. Unsere Gesellschaft ist komplex, sie ist kompliziert. Nur, wenn wir Differenzierungen ausreichend Raum geben, werden wir mehr tun als nur digitale Klickhelden sein, mehr tun als nur unser eigenes Gewissen beruhigen. Die Zwischentöne, die differenzierten Debatten sind es, die konstruktive Lösungen beherbergen. Es ist schwer, im digitalen Getöse differenziert zu sein. Aber genau das sollten wir einfordern.

 

Selbstbewusst für Komplexität einstehen. Selbstbewusst und selbstverständlich.

Digitale Diskurse #3 – Neues aus der Welt der Tech Blogs

Fuchsia, Fit Driver und Duo Skin

22.8.2016 Von Jan Ehlert (NDR)

 

Was passiert gerade auf der internationalen Tech-Bühne? Jan Ehlert hat eine Übersicht der derzeit spannendsten News und Debatten der wichtigsten englischsprachigen Tech-Blogs zusammengestellt.

 

Google’s next big thing?

 

Fuchsien sind violette oder rosafarbene Blumen, die wegen ihrer bunten Blüten in Deutschland zu den beliebtesten Balkonpflanzen zählen. Doch wenn bei Programmierern oder in Internetblogs in diesen Tagen von Fuchsien, englisch: Fuchsia die Rede ist, dann sind damit nicht die Zierpflanzen gemeint. Fuchsia heißt ein neues Betriebssystem, das Google gerade entwickelt. Nach Informationen des Blogs techcrunch.org soll es ein Open Source Modell verwenden, das aber nicht wie die meisten OS-Systeme auf Linux basiert. Es soll schon bald die bisherigen Systeme Chrome und Android ablösen und – so der Plan der Entwickler. Schneller und effizienter soll es sowohl auf Smartphones auch im sogenannten Internet der Dinge verwendet werden – also überall: in den Systemen selbstfahrender Autos, in Verkehrsampeln und in Digitaluhren.

 

Wireless schneller als Breitband?

 

Fuchsia ist aber nicht die einzige Neuerung, an der die Macher von Google derzeit arbeiten. Ein weiteres Projekt: Ein schnelleres WiFi-Netz, berichtet Klint Finley auf wired.com. Schon Anfang dieses Jahres hatte Google demnach ein Projekt im US-Bundesstaat Kansas gestartet, bei dem Wi-Fi-Antennen zur Verstärkung des Signals an Straßenlaternen angebracht wurden. Diese Idee soll nun ausgeweitet werden, berichtet Finley. Ziel sei es, dabei auch für Wi-Fi-Verbindungen eine Übertragungsrate von 3,5 Giga-Hertz zu gewährleisten. Mit der Fokussierung auf ein eigenes Wireless-System will Google sich unabhängig von den bisherigen Datenübertragungswegen machen – und nebenbei die Internetgeschwindigkeit beschleunigen, damit User noch schneller streamen, veröffentlichen und teilen können.

 

Dieses Tool geht unter die Haut

 

Noch schneller könnte es mit einem Feature gehen, das die Firma MIT in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt hat: Ein neues Touchpad, das direkt auf die Haut tätowiert wird, berichtet der Blog „The Next Web“. „DuoSkin“ heißt das multimediale Tattoo, mit dem man Smartphones und Computer steuern kann und nebenbei auch die eigenen Körperdaten messen. Diese Tattoos seien bezahlbar, attraktiv und trendy, zitiert „The Next Web“ eine Mitarbeiterin des Projekts. Besonders in Taiwan hofft sie auf großen Absatz.

 

Den hat sicher auch der Autohersteller Audi im Visier. Er testet derzeit eine Plattform namens Audi Fit Driver, die sich mit Fitnessarmbändern verbinden kann. Das Ziel: Das Auto mit den Daten zu versorgen, die die Fahrer entspannter machen können. Das könne durch unterschiedliche Innenbeleuchtung, die richtige Belüftung und sogar Massagen geschehen, schreibt David Curry auf readwrite.com. Und auf dem gleichen Blog sieht Ryan Matthew Pierson bislang ungenutzte Möglichkeiten, Wearables auch bei Nahrungsmittelallergien einzusetzen. Das Allergy Amulet kann beispielsweise innerhalb von Sekunden testen, ob eine Speise Erdnüsse oder andere Allergene enthält – und zudem kann es wie ein Amulett als Schmuck um den Hals getragen werden, schreibt Pierson.

 

No Interest in „No Man’s Sky“?

 

Nach dem Hype von Pokémon Go hat in den USA ein neues Computerspiel die Blogs erobert: „No Man’s Sky“ – ein Spiel, in dem man allein in einem riesigen Planetensystem sich auf die Suche nach Bodenschätzen, Nahrungsmitteln und anderen Lebewesen machen kann. Das Urteil der Gamer fällt jedoch vernichtend aus: Zu langsam, zu wenig Action. Warum man es trotzdem spielen sollte, verrät Andrew Webster auf theverge.com in einem mehrteiligen Spieletagebuch.

 

Wer schon längst nicht mehr mitkommt in der Welt der Computerspiele, für den hat Mart Virkus in der Huffington Post auf unterhaltsame Art dargestellt, dass sich die Probleme der Computerspieler in den letzten Jahrzehnten nur sehr geringfügig geändert haben.

 

Die wichtigsten weiteren Blogthemen im Überblick:

 

Auf Mashable.com testet Pete Pachal das Programm „Duo“, Googles Antwort auf FaceTime. Sein Fazit: Android-User werden diese App lieben.

 

Mike Isaac porträtiert in der New York Times den ehemaligen Reddit-CEO Dan McComas, der mit einer neuen Plattform eben jenem Reddit Konkurrenz machen will. „Ich liebe die Gemeinschaftsaspekte von Reddit, aber was ich nicht geliebt habe war all der Streit innerhalb und außerhalb der Firma“, sagt McComas. Es habe ernsthafte Probleme mit Schikanieren und Bedrohungen gegeben. Seine neue Plattform, Imzy, ist auch ein Versuch, diesen Bedrohungen und Belästigungen entgegenzuwirken, die durch die Anonymität in sozialen Netzwerken entstehen könne, resümiert die NY Times.

 

Und Harold Stark plädiert in der Huffington Post für einen technisch gesteuerten und überwachten Schlaf, zum Beispiel durch Blaufilter, die das Hormon Melatonin stärker ausschütten könnten. Im Zeitalter von eng gestrickten Zeitplänen und einem unmöglich scheinenden Tagespensum sei der Schlaf sehr gefährdet. Zum Glück könne Technologie uns helfen, sicherzustellen, dass unsere Schlafgewohnheiten gesund und intakt sind und wir jeden Tag voller physischer und psychischer Energie aufstehen, schreibt Stark. Und natürlich auch, damit wir gerüstet sind für all die technologischen Neuerungen, die auf uns warten.

 

Welche Debatten sind Ihnen aufgefallen? Schreiben Sie uns von Themen, die wir uns näher ansehen sollten! opper@zeit-stiftung.de

Digitale Diskurse #2 – „Secrets are Lies“

Kameras für eine sichere Welt?

8.8.2016 Von Jan Ehlert (NDR)

 

„Geheimnisse sind Lügen“ heißt es in Dave Eggers‘ Roman „Der Circle“ von 2013 – die Menschen in seinem Buch tragen daher Kameras am Körper, mit denen jede ihrer Handlungen jederzeit überwacht werden kann. Denn: Wenn alle Handlungen ständig beobachtet werden, dann – so der Firmenchef Bailey in Eggers Roman – „wären wir endlich gezwungen, bessere Menschen zu sein“.

 

Was bei Eggers noch Fiktion ist, wird Realität: Die Debatte darüber, ob sogenannte Body Cams zu einer sichereren Welt führen, ist im vollen Gange. Die deutsche Bundespolizei will sie flächendeckend einsetzen, zum Schutz der Beamten, und auch die Deutsche Bahn testet bereits Videokameras, die ihre Mitarbeiter am Körper tragen sollen. Könnten Gewalttaten durch tausende mobile Kameras verhindert werden?

 

USA: Weniger Gewalt, weniger Beschwerden

 

Was bei uns noch in der Testphase ist, ist in den USA bereits Wirklichkeit: Fast alle Polizisten sind hier mit Body Cams ausgestattet. Ausschlaggebend war hierfür die sogenannte Rialto-Studie, die im US-Bundesstaat Kalifornien durchgeführt wurde. Der Gewalteinsatz von Polizisten war dort durch den Einsatz von Kameras von 2009 bis 2011 um 59 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Beschwerden gegen Beamte sogar um 87,5 Prozent. Body Cams, so das vorrangige Argument in Amerika, disziplinieren vor allem Gesetzeshüter.

88 Prozent der Bevölkerung begrüßt daher den Einsatz von Body Cams bei Polizisten, auch die Bürgerrechtsorganisation ACLU. Allerdings müssten diese dauerhaft im Einsatz sein, fordern sie. Denn zu oft seien sie nicht eingeschaltet, wenn etwas Wesentliches passiere. Tatsächlich kommt die Washington Post zu dem Ergebnis, dass von den 551 Fällen, in denen Menschen 2016 in den USA durch Polizeischüsse starben, nur bei 71 Aufnahmen der Body Cams vorlagen.

 

Auch Aktivisten im Visier?

 

Die Kehrseite: Wenn aber die Kameras durchgehend an sind, dann bringt das nach Ansicht der ACLU große Probleme für den Datenschutz mit sich. Welche Rechte haben die Opfer, die bei Überfällen ebenfalls gefilmt werden, fragt etwa Matthew Feeney vom Think Tank des Cato Institute. Und was ist mit politischen Demonstrationen? Nur sechs der 24 Polizeidirektionen von New York hätten den Umgang mit Kameras bei solchen Veranstaltungen geregelt, sagt Brynnee O’Neal vom Brennan Centre of Justice in der Huffington Post. Damit seien aber Grundrechte wie jenes der Meinungs- und Versammlungsfreiheit gefährdet. Denn in Zeiten von Gesichtserkennungsprogrammen könnte so jeder Teilnehmer unter Generalverdacht gestellt werden. Dass das nicht nur Paranoia ist, das zeigten Unterlagen, die die ACLU im Dezember 2015 zugespielt bekam: User, die Hashtags wie #blacklivesmatter verwendeten, die auch nach den tödlichen Schüssen auf Schwarze Anfang Juni genutzt wurden, wurden von der Polizei als „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ eingestuft – und überwacht.

 

Body Cams für alle!

 

Auch deshalb, weil Body Cams in den USA längst nicht mehr nur von Polizisten getragen werden. In Miami Beach gehören sie zur Ausrüstung fast aller städtischen Angestellten im Außendienst: Parkwächter, Stromableser, Feuerwehrleute. Dies sei ein wichtiger Schritt, um den Kundenservice zu verbessern und Konflikte zu lösen, so Jimmy Morales von der Stadtverwaltung im Magazin „Governing“. In Kanada forderte bereits der erste Parlamentsabgeordnete Body Cams für Politiker – um sich vor falschen Verleumdungen zu schützen.

Das aber habe mit Schutz vor Gewalt nichts mehr zu tun, warnt die ACLU. Im Gegenteil: So könnten Vorgesetzte auch das Verhalten ihrer Mitarbeiter zu jedem Zeitpunkt überwachen. Diese ständige Kontrolle schüfe eine Atmosphäre der Unterdrückung und der Einschüchterung.

 

Baileys Alter Ego

 

Dennoch: Der Einsatz von Body Cams stehe gerade einmal am Anfang, prophezeit Steve Tuttle von Taser, dem Marktführer beim Verkauf der Kameras. Jeder öffentliche Angestellte, der sich verbalen oder physischen Angriffen ausgesetzt sieht, könnte von Kameras profizieren, weil sich beide Seiten besser verhalten würden.

Das klingt sehr nach Konzernchef Bailey aus dem „Circle“. Es wäre also nicht völlig ausgeschlossen, dass sich die Prognose des Satire-Magazins „The Spoof“ bald als Wahrheit erwiese: „Body Cams für alle Afro-Amerikaner!“, forderten die Autoren. Denn dies sei die allerbeste Möglichkeit, deren Unschuld zu beweisen.

Fellow-Projekte

Sind Daten das Öl des 21. Jahrhunderts?

29.7.2016

malte-spitz-blog Von Malte Spitz (Bucerius Lab Fellow)

 

Die erste Diskussionsrunde zu meinem Fellow-Projekt „Sind Daten das Öl des 21. Jahrhunderts?“ hat mit 22 TeilnehmerInnen auf dem diesjährigen TED-Summit in Banff in Kanada stattgefunden.  [https://tedsummit2016.ted.com/]

 

Die Runde war der Auftakt einer Reihe von Gesprächsrunden, die als Teil meiner Recherche abstrakt in das Essay-Projekt einfließen sollen – Gespräche mit ExpertInnen, mit Interessierten oder, wie jetzt in Kanada, ganz bunt gemischte Gruppen: Von der Chefin einer Werbeagentur aus Texas, über einen Softwareentwickler aus China bis zum Kaffeehändler aus dem Iran. Diese Diskussionsrunden sollen Eindrücke abbilden, wie in der Breite der Bevölkerung und in unterschiedlichen Ländern auf die Errungenschaften und Einflüsse von Öl geschaut wird und welche Rückschlüsse daraus für unsere digitale Zukunft gezogen werden können.

 

 

 

 

Zwei Aspekte aus der Diskussion in Banff werden mich weiter beschäftigen: Der Ölboom, der Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte, hat zu enormen Wanderungsbewegungen im 20. Jahrhundert geführt. Unbesiedelte Gebiete im Nahen und Mittleren Osten wurden besiedelt, kleine Siedlungen in Nordamerika wurden in kürzester Zeit zu boomenden Millionenmetropolen. Und zuletzt wurden in wenigen Jahren neue Millionenstädte am Arabischen Golf mit Milliarden aus dem Ölgeschäft hochgezogen. Mancher Glanz ist mittlerweile verblüht, oder aus alten Ruinen wurden neue Erfolgsgeschichten geboren.

 

Eine ähnliche Entwicklung erleben wir auch heute im Datenzeitalter: der Zuzug in das Sillicon Valley hält unbegrenzt an, in den vergangenen 50 Jahren hat sich die Bevölkerung dort versiebenfacht. Zwischenzeitlich leerstehende Bürokomplexe von ehemaligen Weltmarktführern werden von neuen Weltmarktführern zu neuem Leben erweckt. Vergleicht man diese Boomphasen, frage ich mich: Entstehen künftig neue Migrationsströme in die Datenzentren des 21. Jahrhunderts und wo lokalisieren sich diese? Wie wird diese Entwicklung weitergehen?

 

banff-malte-spitz

 

Ein anderer Aspekt ist der geopolitische Einfluss. In der Diskussion kam immer wieder die Rolle von Öl in internationalen Konflikten auf, und dass dieser Einfluss bis heute noch kaum beherrschbar sei. Dies zeigt sich gerade jetzt wieder, in einer Zeit, wo gezieltes Preisdumping auf den Ölmärkten zu erheblichen Konflikten im arabischen Raum führen könnte. In Kanada etwa lohnt sich bei fallendem Ölpreis die Neuerschließung der Ölsandförderung kaum noch. In anderen Regionen, etwa in Saudi-Arabien, drohen massive politische Krisen, sollte der Ölpreis weiter gedrückt werden.

 

Begreift man Daten als Rohstoff, zeichnet sich bereits ähnliches ab. Staatliche, zwischenstaatliche und private Akteure versuchen durch gezielte Angriffe, Zugriff auf Daten zu erlangen oder technische Systeme zu manipulieren. Der Angriff auf die IT-Systeme des Deutschen Bundestags war hier nur ein Vorbote, was auf uns zukommen kann. Eine Kontrolle dieser Praktiken ist scheinbar unmöglich und vor allem kaum gewollt. Doch kann man nicht von dem Umgang mit früheren geopolitischen Krisen lernen, Datenkonflikte oder gezielte Attacken zu befrieden?

 

 

Besteht Interesse selber an einer Diskussionsrunde teilzunehmen, so findet die nächste Diskussion im Rahmen des Internationalen Sommerfestivals auf Kampnagel am 24. August um 19 Uhr statt. Restplätze auf Anfrage.

Digitale Diskurse #1 – Virtual Reality

Brille auf und weg bist du – eine Zukunft ohne Worte?

27.6.2016

Von Vivienne Schumacher und Jan Ehlert (NDR)

 

 

Schon 2030 werden wir die meiste Zeit unseres Lebens nicht in der realen Welt zubringen, sondern in virtuellen Welten. So prophezeit es der Vordenker des Silicon Valley, Ray Kurzweil. Und schon Ende des Jahrzehnts werden diese Welten so real wirken, dass wir den Unterschied nicht mehr merken werden.

Das mag surrealistisch klingen, doch die Zukunft der sogenannten Virtual Reality hat bereits begonnen. 2016 wurde in den USA zum „Jahr der VR“ ausgerufen. Die ersten massenkompatiblen Virtual-Reality-Brillen sind bereits auf den Markt, und nach Berechnungen der Technologie-Beobachtungsfirma Canalysis werden allein in diesem Jahr 6,3 Millionen dieser Brillen weltweit verschickt.

 

Ein Name, den man sich merken sollte

 

Vorangetrieben hat dies zu großen Teilen Palmer Luckey. Der heute 23-Jährige entwarf bereits 2011 den ersten Prototyp einer VR-Brille, wenig später gründete er „Oculus VR“, das er 2014 für zwei Milliarden US-Dollar an Facebook verkaufte.

Für Luckey ist die VR ein größerer Wendepunkt in der Geschichte der Technologie als die Gründung von Apple oder Google. „Wenn man in der Lage ist, alles nachzustellen, was ein Mensch sich vorstellen oder erleben kann, dann ist es schwer, sich vorzustellen, was danach noch kommen soll“, sagte er im März 2016 im US-Sender NPR.

 

Dass wir uns in Parallelwelten flüchten, ist nicht neu. Auch Bücher und Filme können die Fantasie so anregen, dass man die Welt um sich herum vergisst. Doch bei der VR ist nun auch die letzte Distanz nahezu aufgehoben.

 

Und was der User sieht, ist derart realistisch, dass er es kaum von der Wirklichkeit unterscheiden kann. Kommen nun noch akustische und haptische Elemente dazu, wie von Kurzweil prognostiziert, ist das Eintauchen in eine andere Welt nahezu perfekt. Der Fachbegriff dafür lautet Immersion.

 

Nicht nur für Spiele und Pornos

 

Bislang wird diese Immersion durch Virtual Reality hauptsächlich für die Spieleindustrie und von Pornofirmen genutzt. Doch dabei soll es nicht bleiben, prophezeit Luckey. Auch Bildung, Wirtschaft und Medien würden schon bald vor allem in diesen Welten stattfinden. Und tatsächlich bieten große Zeitungen wie die New York Times bereits eine eigene VR-App an – laut Herausgeber Jake Silverstein ist es die erfolgreichste App in der Geschichte der Zeitung. „Erlebe das Leben durch die Augen eines Flüchtlings“, verspricht die Seite. Andere Projekte, wie das „Project Syria“ versetzen Userinnen und User direkt ins Kriegsgebiet, nach Aleppo.

 

Für den Journalismus könnte das die gravierendste Veränderung seit der Entdeckung des Films sein, meint Thomas McMullan auf dem Blog alphr.com. Er wirft aber auch ethische Fragen auf: Denn auch hier wird jede Distanz aufgehoben, die Technik – und damit auch die Berichterstattung – setzt auf Gefühle statt Argumente. Auf Bilder statt Worte.

 

Neue Welten, neue Werte?

 

Bringt das eine neue Art von Empathie, oder wird damit auch das Katastrophengebiet zum virtuellen Erlebnispark? Was passiert, wenn die virtuellen Welten so real werden, dass man tatsächlich „mittendrin, statt nur dabei“ ist? Und was bedeutet der Bruch mit der Schriftkultur? Es sind bei weitem nicht nur technische Herausforderungen, vor die uns die virtuellen Welten jetzt schon stellen. Denn auch die virtuelle Realität wird immer eine konstruierte bleiben. Auch das VR-Kriegsgebiet in Syrien ist ein programmiertes Kriegsgebiet. Da Bilder aber stärker wirken als Worte, könnte damit auch die Beeinflussung größer werden, warnt Thomas Kent von der Ethics & Excellence Journalism Foundation und fordert einen ethischen Code für die VR.

 

Einen solchen Code hat auch Michael Madary entwickelt, der am 19. Oktober 2016 beim #BuceriusLab zu einer öffentlichen Lecture in der Bucerius Law School zu Gast sein wird. Gemeinsam mit Thomas K. Metzinger hat er sich auch mit den psychologischen Auswirkungen beschäftigt. Studien hätten ergeben, dass die virtuellen Erlebnisse reale physische Auswirkungen hätten. Menschen, die in einer virtuellen Welt vor einem Abgrund stehen, reagierten mit erhöhten Stress- und Angstgefühlen.

 

Virtual Reality werde damit nicht nur die Art verändern, wie wir Filme wahrnehmen, sondern auch unser Verständnis von „bewusstem Erleben“, „Authentizität“ und sogar „Realität“. Denn wenn mehr Menschen in virtuellen Welten leben, wird genau diese Welt zu ihrer Realität – und die nächste Fußball-EM könnte im schlimmsten Fall so aussehen:

Links zum Weiterlesen:

http://www.alphr.com/virtual-reality/1001008/immersive-journalism-the-future-of-reporting-or-an-ethical-minefield
http://www.immersivejournalism.com/project-syria-premieres-at-the-world-economic-forum/
http://ethics.journalists.org/topics/virtual-reality-journalism-2/

Autoren:  Vivienne Schumacher und Jan Ehlert

schuhmacher-cutmypic-150x150

Ankündigung

Der Bucerius Lab BLOG

30.6.2016

Von Daniel Opper (ZEIT-Stiftung)

Die Digitalisierung schreitet rasant voran. Doch was sind die aktuellen „trending topics“ des digitalen Wandels, über die wir nachdenken müssen? Mit dem neuen Bucerius Lab BLOG bieten wir künftig eine Orientierung  zu Aspekten und Themen,  die die aktuelle internationale Debatte bestimmen. Für diese „Diskursschau“ konnten wir die NDR-Journalisten und Netzexperten Vivienne Schumacher und Jan Ehlert gewinnen, die regelmäßig ein aktuelles Thema darstellen, einordnen und kommentieren werden. Eine Reihe von Verweisen soll dabei auch die Originalquellen – wichtige Stimmen und Medien – vorstellen, die derzeit den Diskurs im Netz prägen.

Mit dem Bucerius Lab BLOG geben wir außerdem Einblick in die inhaltliche Arbeit des Labs, lassen Gastautoren zu Wort kommen  und dokumentieren unsere Projekte, die zum Diskurs beitragen – im Sinne unseres Leitmotivs: Digitalisierung weiterdenken!

Der erste Beitrag geht auf die Macht von „Virtual Reality“ Technologien ein, die dank erschwinglicher Hardware derzeit in den Massenmarkt drängen. Dieser Technologiesprung fordert uns dazu heraus, über eine Ethik zur Anwendung von Virtual Reality nachzudenken.

Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Debatte auf Twitter und Facebook zu beteiligen!

Ab Juli 2016 – Direkt zum Blog: www.buceriuslab.de/blog/

Bucerius Lab auf Facebook: https://www.facebook.com/vernetzterleben/

Zum Bucerius Lab twittern: #buceriuslab

Unsere Blog-Autoren Vivienne Schumacher und Jan Ehlert (NDR) bieten künftig Orientierung, welche Digital-Debatten wichtig sind.

Vivienne Schumacher ist Soziologin und seit mehreren Jahren beim NDR Fernsehen im Bereich
Kultur und Dokumentation tätig. Immer an der Schnittstelle TV&Internet. Umsetzung von Onlinestrategien, Entwicklung von neuen Formaten
vor allem im Hinblick auf neue Technologien, die innovatives Storytelling ermöglichen.

Jan Ehlert arbeitet seit 2008 für NDR Kultur als Reporter und Moderator, hauptsächlich zu Themen aus der Literatur und der Kulturpolitik. Zudem ist er für die Vernetzung von Kulturthemen im Internet zuständig. So kam er als Journalist auch zu den großen Fragen des digitalen Wandels. Für das Bucerius Lab moderiert Jan Ehlert zudem die Bucerius Lab Lectures.

Diskutieren Sie mit uns via Twitter: #buceriuslab 

 – oder auf Facebook.

Diskutieren Sie mit uns auch auf Twitter: #buceriuslab