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.vernetzt# – Das Zukunftscamp 2012 – So wollen wir leben!

.vernetzt# ist ein Gemeinschaftsprojekt der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius mit und auf Kampnagel und fand 2012 das erste Mal statt.

Rückblick, 26. – 30. Sept. 2012
Das Internet und die Globalisierung verändern unsere Gesellschaft radikal. Wir leben heute in Zeiten der „Netzwerkgesellschaft“, die der kalifornische Soziologe Manuel Castells als prägende Zeit nach der Industriegesellschaft beschrieben hat. Heute ist Kommunikation alles. Doch die stetig wachsenden Informationsfluten, die das Internet in Form von Suchmaschinen, Blogs und sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook bereitstellt, setzen nicht mehr nur politische und wirtschaftliche Funktionsträger unter Druck, sondern in zunehmendem Maße auch jeden Einzelnen. Sie rufen auf zur Veränderung der bisherigen Lebenseinstellungen, zum Überdenken der eigenen Gewohnheiten, zur Öffnung gegenüber und zur Auseinandersetzung mit Neuem. Sie ermöglichen neue Formen politischer Partizipation und kreativer Mitgestaltung. Sie stiften aber ebenso Verwirrung und neue Unsicherheiten. Wir stellen neue Erwartungen an Politik, Wirtschaft, Arbeit, Engagement, Kultur und unser Gemeinwesen. Als Einzelner und als Gemeinschaft fragen wir uns: Wie wollen wir als vernetzte Gesellschaft leben? Wie wollen wir diese zukünftig gestalten?

Auf dem „.vernetzt# – Zukunftscamp“ haben wir uns mit dieser Frage auseinandergesetzt, eine Standortbestimmung, Ideen und konkrete Visionen für unsere vernetzte Welt erarbeitet. Wie verändert das Internet uns und unser Leben? Wie wollen wir unsere Arbeitswelt unter Einbeziehung neuer Technologien umgestalten? Wie viel Einfluss hat das Internet auf Politik und Wirtschaft, und wie wollen wir es nutzen? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Bietet das Netz Lösungen für die Krise in Europa? Woran können wir noch glauben? Schafft das Netz Freiheit?

Ein vielfältiges Programm mit Vorträgen und Diskussionen, Tanz und Theater, Workshops, einem Filmprogramm und interaktiven Ausstellung begleitete uns fünf Tage lang auf dem Weg zu unseren Antworten . Alle Teilnehmer des Zukunftscamps hatten eine Stimme, wenn es darum geht: So wollen wir leben!

Unter den internationalen Experten und Künstlern waren der französische Diplomat und Résistance-Kämpfer Stéphane Hessel, der Medientheoretiker Richard Barbrook, der griechische Oppositionspolitiker Alexis Tsipras, die Regisseurin Angela Richter und der Choreograph Hofesh Shechter, der Autor, Regisseur und Grimme-Preisträger Florian Meimberg, die tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni, die Autorin Nina Pauer, der Historiker Wolfgang Kraushaar, der Ex-Investment-Banker und Alm-Betreiber Rudolf Wötzel, der Beschleunigungsforscher Hartmut Rosa und viele mehr.